Erfahrungen und Erkenntnisse aus meiner Zeit am B(O)RG Telfs

Christoph Kreutz

Erfahrungen und Erkenntnisse aus meiner Zeit am B(O)RG Telfs

 

Naturwissenschaftlicher Zweig von 1992 – 1996

 

Christoph Kreutz

Assozierter Professor Dr. Mag.

Organische Chemie, Universität Innsbruck

 

 

 

Vor kurzem erhielt ich eine überraschende Email von einer ehemaligen Lehrerin aus meiner Oberstufen Gymnasialzeit. Die Nachricht enthielt die Bitte, einen Beitrag über meine Schulzeit am B(O)RG Telfs anlässlich des 50 Jahr-Jubiläums zu schreiben. Dabei realisiert man, dass man die Matura schon vor 25 Jahren absolviert hat und plötzlich hat man wieder sehr viele Erinnerungen an diese wichtigen 4 Jahre.

 

Ich kam im Jahr 1992 mit 14 Jahren an das damalige Bundes-Oberstufenrealgymnasium Telfs und 4 Jahre später verließ ich die gewohnte Umgebung mit dem Reifeprüfungszeugnis in der Tasche in Richtung Universität Innsbruck, wo ich nach einem kurzen Ausflug in die Juristerei ein Chemie-Studium absolvierte und dieses im Jahr 2007 mit Dr. rer. nat. abschloss. Es folgte ein Aufenthalt an der Universität Wien, dann die Rückkehr an die Universität Innsbruck, wo ich mich 2017 im Fach Organische Chemie habilitierte. Damit erhält man die Lehrbefugnis in diesem Fach. Mittlerweile leite ich eine eigene Forschungsgruppe und forsche auf dem Gebiet der Ribonukleinsäuren.

 

Wie eingangs erwähnt, wurde ich gebeten, einen Beitrag für die Homepage der Schule zu verfassen, in dem es um meine Zeit am damaligen BORG Telfs geht, aber auch darum, wie mir die Ausbildung am Gymnasium geholfen hat oder welche Erfahrungen/Erkenntnisse für mein weiteres Leben wichtig waren. Ich habe sehr positive Erinnerungen an meine Schulzeit (vermutlich habe ich die negativen mittlerweile verdrängt). Die  Schulzeit an der Oberstufe ist eine sehr wichtige Phase im Leben von Schüler*innen. Man entwickelt sich zu einem jungen Erwachsenen und ich muss sagen, dass uns unsere Lehrer*innen dabei die notwendigen Freiheiten gegeben haben (ich erinnere mich an lustige Zwischenfälle v.a. auf Klassenfahrten, wie Assisi, Wien oder Rom, meistens nachts), aber gleichzeitig den Spagat schafften, uns für das Leben nach der Schule vorzubereiten. Unter anderem wichtig für mich war mein damaliger Chemielehrer, der mein Interesse für das Fach erkannte und auch unterstützte (z.B. bei der Vorbereitung auf die Matura) – nicht zuletzt bin ich deshalb nun auf dem Institut für Organische Chemie der Universität Innsbruck tätig. Sehr wichtig für unsere Klassengemeinschaft war auch unser Religionslehrer und Klassenvorstand – er führte uns mit Gelassenheit und auch der richtigen Portion Humor durch die Oberstufe. Ein besonderes Highlight war auch der Besuch des Europäischen Jugendparlaments 1995 in Mailand. Dabei trafen sich mehrere hundert Jugendliche aus ganz Europa, um über die verschiedensten Themen zu diskutieren – für mich als 17-Jähriger eine außerordentlich spannende, aber auch herausfordernde Erfahrung.

 

Zum Abschluss möchte ich allen, die am Projekt BRG/BORG Telfs beteiligt sind und waren, zu der äußerst erfolgreichen Entwicklung gratulieren und wünsche alles erdenklich Gute für die Zukunft!